{"id":118,"date":"2006-08-14T16:36:31","date_gmt":"2006-08-14T14:36:31","guid":{"rendered":"https:\/\/connis-kleine-welt.de\/wp\/?p=118"},"modified":"2007-06-14T08:27:36","modified_gmt":"2007-06-14T06:27:36","slug":"mc-doof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/connis-kleine-welt.de\/wp\/?p=118","title":{"rendered":"Mc Doof"},"content":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df. Alt. Aber herrlich \ud83d\ude06<\/p>\n<p>Ein &#8222;Bericht&#8220; von einer Fresstempel-Drive-In-Bestellaktion.<\/p>\n<blockquote><p>\nAuto fahren macht Spa\u00df. Am meisten Spa\u00df macht Essen im Auto. Deswegen besitze ich diese erh\u00f6hte Affinit\u00e4t zu Drive-In-Schaltern, speziell in meinem Lieblings-Fast-Food-Restaurant. Das Vergn\u00fcgen an dieser Self-Service-Version des Essens auf R\u00e4dern wird allerdings erheblich durch die Qualit\u00e4t der Gegensprechanlage gemindert. Gegensprechanlage? Meine \u00dcberzeugung nach hat sie diesen Namen deshalb bekommen, weil sie v\u00f6llig gegen das Sprechen ausgelegt ist.<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Hiere Bechelun hippe!&#8220; knarzt es mir aus dem Lautsprecher entgegen. Sounds like Schellackplatte. Aus Erfahrung allerdings weiss ich, dass die Stimme (m\u00e4nnlich? weiblich? &#8230; wohl eher m\u00e4nnlich?) am anderen Ende dieses Dosentelefons sich soeben nach meiner Bestellung erkundigt hat.<\/p>\n<p>Jetzt einfach zu bestellen, w\u00e4re mir zu langweilig. Demzufolge stelle ich zuerst eine Frage: &#8222;Haben sie etwas vom Huhn?&#8220; Aus dem Lautsprecher ert\u00f6nt ein schwer verst\u00e4ndliches Wort, das aber eindeutig mit &#8222;&#8230;icken&#8220; endet.<br \/>\nIch antworte: &#8222;Sp\u00e4ter vielleicht, zun\u00e4chst m\u00f6chte ich etwas essen.&#8220;<\/p>\n<p>Etwas lauter t\u00f6nt es zur\u00fcck: &#8222;CHICKEN!&#8220; Ich kann es mir nicht verkneifen: &#8222;Nein, ich w\u00fcrde es gleich selbst abholen.&#8220; Eine kurze Pause entsteht, ich stelle mir belusticht die genervte Visage des McKnecht vor. Als die Sprechpause zu lang werden droht, sage ich: &#8222;Ach so, Sie meinen Chicken!<br \/>\nN\u00f6, lieber doch nicht. Haben sie vielleicht Presskuh mit Tomatentunke in R\u00f6stbr\u00f6tchen?&#8220; &#8222;Hamburger?&#8220; fragt mein unsichtbares Gegen\u00fcber zur\u00fcck.<br \/>\nDer Wahrheit entsprechend erwidere ich: &#8222;Nein, ich bin von hier. Aber hat das denn Einfluss auf meine Bestellung?&#8220;<br \/>\n&#8222;Wol-len Sie ei-nen H-a-m-b-u-r-g-e-r?&#8220; &#8222;Jetzt beruhigen Sie sich mal! Ja, ich nehme einen.&#8220; &#8222;Schie\u00df?&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<blockquote><p>\n&#8222;Stimmt, hatte ich nach der letzten Mahlzeit hier. Mittlerweile ist meine Darmflora allerdings wieder wohlauf, ich denke, ich kann es erneut riskieren.&#8220; Der Stimminhaber beginnt mir ein wenig leid zu tun. Er kann ja nichts f\u00fcr den Job. Aber ich ja auch nicht &#8230;&#8230;<br \/>\n&#8222;Ob Sie K\u00c4\u00c4\u00c4SE auf dem Hamburger m\u00f6chten!?&#8220; &#8222;Ah ja, gern. Ich nehme einen mittelalten Pyren\u00e4en-Bergk\u00e4se, nicht zu dick geschnitten, von einer Seite leicht angeschmolzen.&#8220;<\/p>\n<p>Ob die n\u00e4chste Ansage aus dem Lautsprecher &#8222;Sicher doch&#8220; oder &#8222;Ar*chloch&#8220; lautet, kann ich nicht exakt heraush\u00f6ren. Deutlicher jedoch erklingt nun:<br \/>\n&#8222;Was dazu?&#8220;<br \/>\n&#8222;Doch, ja. Ich h\u00e4tte gerne diese gesalzenen frittierten Kartoffelst\u00e4bchen.&#8220; &#8222;Also Pommes?&#8220; &#8222;Von mir aus auch die&#8220; &#8222;Gro\u00df, mittel, klein?&#8220; &#8222;Gemischt. Und zwar jeweils genau zu einem Drittel gro\u00dfe, mittlere und kleine.&#8220; &#8222;WOLLEN SIE MICH EIGENTLICH VERARSCHEN?&#8220;<\/p>\n<p>Diese, wiederum sehr laut formulierte Frage, verstehe ich klar und deutlich. Sie verlangt eine ehrliche Antwort: &#8222;Falls das die Bedingung ist, hier etwas zum Essen zu bekommen: &#8222;Ja, also: Machen wir weiter?&#8220;<br \/>\nDie Stimme schnauft kurz und fragt: &#8222;Gut, gut. Etwas zu den Pommes?&#8220;<br \/>\n&#8222;Ein sch\u00f6nes Entrec\u00f4te, blutig und ein Glas 1996er Sp\u00e4tburgunder, bitte&#8220; &#8222;ICH KOMM DIR GLEICH RAUS UND GEB DIR BLUTIG!!!&#8220; &#8222;Machen Sie das, aber versch\u00fctten Sie dabei bitte nicht den Wein.&#8220; &#8222;Schluss jetzt, Schalter zwei, vier Euro f\u00fcnfzehn!&#8220;<br \/>\nSchade, schon vorbei. Gerade, als es anf\u00e4ngt, lustig zu werden. Aber ich habe noch ein As im \u00c4rmel. Ich zahle mit einem 200-Euroschein. &#8222;Tut mir leid, aber ich hab&#8217;s nicht gr\u00f6sser.&#8220;<br \/>\nPIEP!&#8230; Freundlich werde ich ausgekontert: &#8222;Kein Problem.&#8220; Mit kaltem Blick l\u00e4sst ein bem\u00fctzter Herr mein Wechselgeld auf den Stahltresen klappern.<br \/>\nNicht mit mir, Freundchen! Ich will den Triumph! Zeit also f\u00fcrs Finale: &#8222;Kann ich eine Quittung bekommen?&#8220; fragte ich \u00fcberfreundlich. &#8222;Ist ein Gesch\u00e4ftsessen.&#8220; &#8230;<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df. Alt. Aber herrlich \ud83d\ude06 Ein &#8222;Bericht&#8220; von einer Fresstempel-Drive-In-Bestellaktion. Auto fahren macht Spa\u00df. Am meisten Spa\u00df macht Essen im Auto. Deswegen besitze ich diese erh\u00f6hte Affinit\u00e4t zu Drive-In-Schaltern, speziell in meinem Lieblings-Fast-Food-Restaurant. Das Vergn\u00fcgen an dieser Self-Service-Version des Essens auf R\u00e4dern wird allerdings erheblich durch die Qualit\u00e4t der Gegensprechanlage gemindert. Gegensprechanlage? 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